13.08.2019
FW-Nürnberger Land besuchen Bezirksrathaus

Politisches Zentrum Mittelfrankens und kulturelles Highlight zugleich: Die Bezirkshauptstadt Ansbach war 50 Bürgerinnen und Bürgern aus dem Nürnberger Land die kleine Reise wert. Bezirkstagspräsident Armin Kroder empfing die Delegation im Bezirksrathaus bevor man in die Stadtgeschichte eintauchte und sich auf die Spuren Kaspar Hausers begab.

Bezirkstagspräsident Armin Kroder empfing Besucherinnen und Besucher aus dem Nürnberger Land im Bezirksrathaus. Der Bezirk ist über den Gemeinden und Landkreisen die höchste der drei kommunalen Ebenen. Mangels eigener Steuereinnahmen finanziert er sich über eine Umlage von den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie über Gelder des Freistaates. Kultur, Soziales, Bildung und Naturschutz: Die Aufgaben des Bezirks sind vielfältig und wichtig für das Leben zahlreicher Menschen. Dennoch wissen Viele wenig davon.

Eine Milliarde für Mittelfranken

Von den knapp 1.000 Millionen Euro Jahresbudget entziehen sich 90 Prozent der Entscheidungen durch den Bezirkstag, da Leistungen gesetzlich verankert und garantiert sind. „Der Bereich Soziales nimmt den größten Stellenwert im Haushalt ein und Menschen, die einen Anspruch auf Hilfeleistungen haben, bekommen diese unabhängig vom Wohlwollen der Bezirkspolitiker“, wie Kroder erläutert. Das sei global betrachtet keine Selbstverständlichkeit: „In den meisten Regionen unserer Erde sind hilfsbedürftige Menschen auf die Gunst ihrer Familien, Freunde oder, falls möglich, eigener Vorsorge angewiesen“ so Kroder. Das sei bittere Realität für Milliarden Menschen weltweit. In Deutschland sei das nicht der Fall und diese enorme Leistung und Errungenschaft solle man sich bewahren.

Bezirksklinken als häufigster Berührungspunkt

Die meisten Berührungspunkte mit Bürgerinnen und Bürgern gibt es über die Bezirkskliniken, die neben Engelthal an acht weiteren Standorten flächendeckend Leistungen in den medizinischen Feldern Psychiatrie, Psychosomatik, Neurologie sowie Neurologische und Geriatrische Rehabilitation anbieten. Die Kliniken seien in der Vergangenheit hauptsächlich durch das Management negativ in die Schlagzeilen geraten, wie Kroder erläutert. „Über 3.000 Mitarbeitende leisten hier aber abseits des Scheinwerferlichts täglich erfolgreich ausgesprochen wichtige Arbeit und können stolz auf ihre Leistungen sein.“ Derzeit diskutiere man neue Wege im Verwaltungsrat und der Führungsebene und sei auf einem guten Weg überparteilich zu einem Konsens zu kommen.

Kultur und Geschichte spürbar erleben

Doch Ansbach hat noch viel mehr zu bieten als Tagespolitik. Bei einer anschließenden Stadtführung unter Leitung von Stadträtin Elke Homm-Vogel konnten man sich von der Geschichte Kaspar Hausers inspirieren lassen. Der verstoßene und vermeintlich adelige Spross wurde als „rätselhafter Findling“ zu Zeiten des Biedermeier international bekannt und lebte fünf Jahre in Ansbach. Zahlreiche Kirchen, der alte Ratssaal, das von der Bezirksregierung genutzte Schloss oder die beeindruckende Altstadt – Ansbach profitiert davon, dass es im zweiten Weltkrieg nur an strategisch wichtigen Punkten angegriffen wurde. Und so spürt man den kulturell enormen Einfluss der Kurfürsten, deren Gebäude, Parks und Alleen noch heute das Stadtbild prägen. Am Ende waren sich alle einig, dass Ansbach einen zweiten und dritten Besuch wert ist.